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Unternehmen zu verkaufen: So finden Käufer und Verkäufer zusammen

Peter Nadolinski
CEO & Gründer von VAP
Ungefähre Lesedauer
8 Minuten
Unternehmen zu verkaufen: So finden Käufer und Verkäufer zusammen

Inhaltverzeichnis

Wer im Netz nach Unternehmen zu verkaufen sucht, hat meist eines von zwei Zielen. Entweder will jemand ein Unternehmen übernehmen und sucht konkrete Angebote. Oder ein Inhaber hat selbst ein Unternehmen zu verkaufen und fragt sich, wo und wie er es diskret anbietet.

Beide Seiten treffen sich auf einem Markt, der auf den ersten Blick unübersichtlich wirkt. Es gibt öffentliche Börsen, private Plattformen, Berater und den stillen Markt, der überhaupt nicht öffentlich stattfindet. Wer die Wege nicht kennt, sucht lange oder verkauft zu schlecht.

Dieser Beitrag zeigt beide Perspektiven: Wo Kaufinteressenten passende Angebote finden, wie Inhaber ihr Unternehmen richtig anbieten und worauf es bei Diskretion, Preis und Ablauf ankommt. Am Ende wissen Sie, welcher Weg zu Ihrer Situation passt.

Der Markt: Warum das Angebot so groß ist

Die Zahl der Angebote wächst aus einem einfachen Grund: Eine ganze Unternehmergeneration geht in den Ruhestand. Nach dem Nachfolge-Monitoring der KfW planen bis Ende 2029 jährlich rund 109.000 Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen den Rückzug und wollen ihren Betrieb übergeben.

Gleichzeitig fehlen Übernehmer. Die KfW rechnet damit, dass jährlich etwa 114.000 Inhaber eine Geschäftsaufgabe ohne Nachfolgelösung in Erwägung ziehen. Rechnerisch will jedes vierte Unternehmen schließen, statt zu übergeben. Für Kaufinteressenten ist das eine gute Nachricht, denn das Angebot ist größer als die Nachfrage.

Für Verkäufer bedeutet dieselbe Statistik das Gegenteil. Wer ein Unternehmen zu verkaufen hat, konkurriert mit vielen anderen Angeboten um eine begrenzte Zahl ernsthafter Käufer. Umso wichtiger ist eine professionelle Aufbereitung, damit der eigene Betrieb aus der Masse heraussticht.

Beim Preis sind die Erwartungen zuletzt gestiegen. Laut KfW haben die angestrebten Kaufpreise seit 2019 um rund 34 Prozent zugelegt, für Übergaben zwischen 2025 und 2029 liegt der durchschnittlich angestrebte Verkaufspreis bei etwa 499.000 Euro. Realistische Preisvorstellungen entscheiden auf beiden Seiten über den Erfolg.

Wo Kaufinteressenten Angebote finden

Wer aktiv nach Firmen zu verkaufen sucht, sollte mehrere Kanäle parallel nutzen. Kein einzelner Kanal deckt den Markt vollständig ab, und die attraktivsten Gelegenheiten stehen selten öffentlich im Netz.

Der bekannteste Startpunkt sind die öffentlichen Nachfolgebörsen. Die größte in Deutschland ist nexxt-change, getragen vom Bundeswirtschaftsministerium gemeinsam mit der KfW, Kammern, Bürgschaftsbanken und Verbänden. Inserate sind dort kostenlos, jedes Angebot wird vor der Veröffentlichung von einem Regionalpartner geprüft. Für regionale kleine und mittlere Betriebe ist das der naheliegendste erste Blick.

Daneben existieren private Plattformen wie die Deutsche Unternehmerbörse. Diese Portale verlangen Gebühren für Inserate und Zusatzleistungen, bieten dafür aber oft komfortablere Funktionen und zusätzliche Marktplätze, etwa für Insolvenzkäufe oder Franchise. Wer breiter suchen will, prüft beide Welten, die kostenlosen öffentlichen und die kostenpflichtigen privaten Börsen.

Der dritte und oft wichtigste Kanal ist der nicht öffentliche Markt. Viele Inhaber wollen gerade nicht, dass Mitarbeiter, Kunden oder Wettbewerber von Verkaufsabsichten erfahren. Diese Unternehmen erscheinen in keinem Inserat, sondern werden ausschließlich über Berater und Netzwerke vermittelt. Wer ernsthaft kaufen will, sollte deshalb aktiv auf M&A-Berater zugehen, statt nur Anzeigen zu durchsuchen. Unser Beitrag zum Unternehmenskauf als Weg in die Selbstständigkeit zeigt, worauf Käufer dabei achten sollten.

Wie Inhaber ihr Unternehmen richtig anbieten

Für die Gegenseite gilt eine andere Logik. Wer eine Firma zu verkaufen hat, sollte nicht mit einem Inserat beginnen, sondern mit der Vorbereitung. Wer erst inseriert und dann anfängt, Unterlagen zu sortieren, verliert Glaubwürdigkeit und Verhandlungsposition.

Am Anfang steht die ehrliche Bestandsaufnahme. Dazu gehören aufbereitete Zahlen der letzten drei Jahre, geklärte Vertragsverhältnisse und eine realistische Unternehmensbewertung. Erst wenn klar ist, was der Betrieb wert ist und woran der Wert hängt, lohnt sich der Gang an den Markt. Eine strukturierte Checkliste für den Unternehmensverkauf hilft, keinen Punkt zu übersehen.

Der zweite Schritt ist die anonyme Darstellung. Ein gutes Kurzprofil beschreibt Branche, Region, Größenordnung und Ertragskraft, ohne das Unternehmen identifizierbar zu machen. So bleibt die Vertraulichkeit gewahrt, während Interessenten erkennen, ob das Angebot zu ihnen passt.

Der dritte Schritt ist die Auswahl der Kanäle. Für einen kleinen regionalen Betrieb kann ein kostenloses Inserat auf nexxt-change ausreichen. Bei größeren oder attraktiveren Unternehmen ist die vertrauliche, gezielte Ansprache über einen Berater fast immer die bessere Wahl, weil sie mehrere qualifizierte Interessenten gleichzeitig erreicht und einen echten Wettbewerb erzeugt. Aus unserer Erfahrung in mittelständischen Transaktionen entscheidet genau dieser Wettbewerb über den erzielten Preis. Ein kostenfreies Strategiegespräch mit den M&A-Beratern von Venture Advisory Partners klärt vorab, welcher Weg zum eigenen Betrieb passt.

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Diskretion: Der wichtigste Erfolgsfaktor

Steht ein Betrieb zum Verkauf, ist Vertraulichkeit kein Nebenaspekt, sondern die Grundlage. Erfahren Mitarbeiter zu früh von den Plänen, drohen Unruhe und Abwanderung. Erfahren Kunden davon, stellen sie Aufträge zurück. Erfahren Wettbewerber davon, nutzen sie die Information gegen den Betrieb.

Deshalb läuft ein professioneller Prozess in Stufen. Zuerst erhalten Interessenten nur ein anonymes Kurzprofil. Wer ernsthaftes Interesse zeigt, unterschreibt eine Geheimhaltungsvereinbarung, bevor Namen und Zahlen offengelegt werden. Erst danach folgen detaillierte Unterlagen und Gespräche.

Genau hier liegt ein Nachteil öffentlicher Inserate. Auch ein anonymes Profil kann in einer kleinen Branche oder Region schnell zugeordnet werden, wenn Angaben zu konkret sind. Wer eine Firma zu verkaufen hat und in einem engen Marktsegment agiert, sollte deshalb sehr genau abwägen, wie viel öffentlich stehen darf.

Woran Käufer ein gutes Angebot erkennen

Nicht jedes Angebot ist so attraktiv, wie es klingt. Wer die Inserate durchgeht, sollte deshalb wissen, worauf er schaut, statt sich von großen Umsatzzahlen leiten zu lassen.

Das erste Kriterium ist der nachhaltige Ertrag. Entscheidend ist nicht der Umsatz, sondern das bereinigte Ergebnis, das auch nach dem Ausscheiden des Inhabers erzielbar bleibt. Einmalige Sondereffekte, unentgeltliche Mitarbeit von Familienmitgliedern oder ein sehr niedriges Geschäftsführergehalt verzerren das Bild und müssen herausgerechnet werden.

Das zweite Kriterium ist die Unabhängigkeit vom Inhaber. Hängen die wichtigsten Kundenbeziehungen an einer Person, sinkt der Wert erheblich, weil ein Teil des Geschäfts mit dem Verkäufer geht. Eine zweite Führungsebene, dokumentierte Prozesse und verteilte Kundenkontakte sind starke Qualitätsmerkmale.

Das dritte Kriterium ist die Kundenstruktur. Ein Betrieb, der die Hälfte seines Umsatzes mit einem einzigen Auftraggeber macht, ist deutlich riskanter als einer mit breiter Streuung. Ebenso lohnt der Blick auf wiederkehrende Umsätze, Wartungsverträge oder Rahmenvereinbarungen, weil sie Planbarkeit schaffen.

Warnsignale sind lückenhafte Unterlagen, eine auffällig hohe Preisvorstellung ohne Begründung und ein Verkäufer, der zu schnell abschließen will. Wer über eine Börse sucht und diese Punkte prüft, filtert die meisten unpassenden Angebote früh heraus.

Branche und Region: Wo die Nachfrage entscheidet

Der Markt ist nicht einheitlich. Wie schnell sich ein Käufer findet, hängt stark von Branche, Standort und Größe ab.

Gut nachgefragt sind Betriebe mit stabilen wiederkehrenden Erträgen, technischer Spezialisierung oder Zulassungen, die ein Käufer nicht einfach selbst aufbauen kann. Dazu gehören etwa technische Dienstleister, Handwerksbetriebe mit vollen Auftragsbüchern oder Unternehmen mit langjährigen Rahmenverträgen. Hier gibt es häufig mehrere Interessenten gleichzeitig.

Schwieriger wird es bei stark personenabhängigen Geschäften, bei Betrieben in schrumpfenden Nischen und bei sehr kleinen Einheiten, deren Ertrag kaum ein Geschäftsführergehalt trägt. Auch die Lage spielt eine Rolle, weil Käufer in ländlichen Regionen seltener sind als in Ballungsräumen.

Für Verkäufer heißt das: Die eigene Position realistisch einschätzen und die Schwächen vor dem Marktgang angehen, soweit möglich. Für Käufer heißt es umgekehrt, dass in weniger umkämpften Segmenten die besseren Konditionen zu holen sind, sofern das Geschäftsmodell tragfähig ist. Wie beide Seiten bei einer Übernahme vorgehen, zeigt unser Beitrag zur Firmenübernahme.

Vom Angebot zum Abschluss: der typische Ablauf

Auch wenn sich Käufer und Verkäufer gefunden haben, ist der Weg nicht kurz. Zwischen erstem Kontakt und Unterschrift liegen in der Regel mehrere Monate, bei komplexeren Fällen deutlich länger.

Nach den ersten Gesprächen folgt meist eine Absichtserklärung, der Letter of Intent. Sie hält die wesentlichen Punkte fest, ohne schon endgültig zu binden. Anschließend prüft der Käufer den Betrieb in der Due Diligence, also der systematischen Durchsicht von Zahlen, Verträgen, Steuern und Risiken.

Erst danach werden Kaufvertrag und Struktur verhandelt. Dabei entscheidet sich unter anderem, ob die Transaktion als Share Deal oder Asset Deal läuft, wie der Kaufpreis gezahlt wird und welche Garantien der Verkäufer übernimmt. Den vollständigen Weg beschreibt unser Leitfaden zum Unternehmensverkauf.

Ein Punkt, der beide Seiten gleichermaßen betrifft, ist die Finanzierung. Viele Übernahmen scheitern nicht am Preis, sondern daran, dass der Käufer die Zahlung nicht darstellen kann. Übliche Bausteine sind Eigenkapital, ein Bankdarlehen, Fördermittel sowie ein Verkäuferdarlehen, bei dem der Verkäufer einen Teil des Kaufpreises stundet. Verkäufer sollten die Finanzierbarkeit deshalb früh ansprechen, statt sie erst am Ende zu prüfen.

Für beide Seiten gilt dabei dieselbe Regel: Wer den Ablauf kennt, verhandelt ruhiger. Überraschungen in der Due Diligence oder unklare Vorstellungen zum Kaufpreis sind die häufigsten Gründe, warum bereits weit fortgeschrittene Gespräche doch noch scheitern.

Häufige Fragen zum Thema Unternehmen zu verkaufen

Welche Unternehmen stehen aktuell zum Verkauf?

Öffentlich einsehbare Angebote finden Sie vor allem auf Nachfolgebörsen wie nexxt-change sowie auf privaten Plattformen wie der Deutschen Unternehmerbörse. Ein erheblicher Teil des Marktes ist jedoch nicht öffentlich und wird ausschließlich vertraulich über M&A-Berater und Netzwerke vermittelt.

Wie verkaufe ich mein Unternehmen?

Beginnen Sie mit der Vorbereitung, nicht mit dem Inserat. Bereiten Sie die Zahlen der letzten drei Jahre auf, klären Sie Verträge und lassen Sie den Wert ermitteln. Danach folgt ein anonymes Kurzprofil und die Auswahl der Kanäle, entweder eine Börse oder die gezielte vertrauliche Ansprache über einen Berater.

Was beachten beim Unternehmen verkaufen?

Die drei wichtigsten Punkte sind Vorbereitung, Diskretion und Wettbewerb. Saubere Unterlagen schaffen Vertrauen, Vertraulichkeit schützt Mitarbeiter und Kunden, und mehrere gleichzeitig interessierte Käufer verbessern den Preis deutlich. Ein realistischer Wertansatz verhindert, dass Gespräche früh abbrechen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zu verkaufen?

Idealerweise dann, wenn das Unternehmen stabil oder wachsend ist und nicht erst, wenn Alter oder Gesundheit dazu zwingen. Rechnen Sie für Vorbereitung und Verkauf zusammen ein bis drei Jahre. Wer aus einer Position der Stärke verkauft, erzielt in der Regel bessere Bedingungen.

Was kostet es, ein Unternehmen über einen Makler zu verkaufen?

Übliche Modelle kombinieren ein Basishonorar mit einer Erfolgsprovision, die sich am Kaufpreis orientiert. Die Höhe hängt von Größe und Komplexität ab. Wichtiger als der Prozentsatz ist, ob die Begleitung mehrere qualifizierte Käufer erreicht, weil das den Preis meist stärker beeinflusst als die Kosten.

Wie finde ich als Käufer seriöse Angebote?

Nutzen Sie öffentliche Börsen als Einstieg, sprechen Sie aber zusätzlich M&A-Berater in Ihrer Zielbranche an. Prüfen Sie jedes Angebot anhand belastbarer Zahlen und lassen Sie sich nicht von Umsatzgrößen blenden. Entscheidend ist der nachhaltige Ertrag und die Unabhängigkeit des Betriebs vom bisherigen Inhaber.

Fazit

Der Markt für Firmen zu verkaufen ist größer und zugleich unübersichtlicher, als die Inserate vermuten lassen. Käufer finden über öffentliche Börsen einen guten Einstieg, die attraktiveren Gelegenheiten liegen jedoch im vertraulichen Teil des Marktes. Verkäufer wiederum konkurrieren mit vielen Angeboten und gewinnen vor allem durch Vorbereitung und Diskretion.

Für beide Seiten gilt: Der Preis entsteht nicht im Inserat, sondern im Wettbewerb mehrerer ernsthafter Interessenten und in einem sauber geführten Prozess. Wer Zahlen, Struktur und Vertraulichkeit im Griff hat, verhandelt aus einer besseren Position.

Wenn Sie selbst ein Unternehmen zu verkaufen haben und wissen möchten, was es am Markt wert ist, bietet Venture Advisory Partners eine unverbindliche und kostenfreie Unternehmensbewertung an. So starten Sie mit einer belastbaren Grundlage statt mit einer Schätzung.

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