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Nachfolger gesucht: So finden Unternehmer den passenden Nachfolger

Peter Nadolinski
CEO & Gründer von VAP
Ungefähre Lesedauer
8 Minuten
Nachfolger gesucht: So finden Unternehmer den passenden Nachfolger

Inhaltverzeichnis

Irgendwann steht in fast jedem Unternehmerleben derselbe Satz im Raum: Nachfolger gesucht. Was zunächst wie eine einzelne Stellenanzeige klingt, ist in Wahrheit eine der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen überhaupt. Denn wer den passenden Nachfolger findet, sichert Arbeitsplätze, Kundenbeziehungen und das Lebenswerk. Wer zu spät oder zu unstrukturiert sucht, riskiert am Ende die stille Schließung.

Genau diese Sorge ist im deutschen Mittelstand längst Realität. Immer mehr Inhaber wollen sich zurückziehen, doch nicht für jeden findet sich rechtzeitig eine Lösung. Wenn also Nachfolger gesucht wird, entscheidet die Qualität des Prozesses darüber, ob am Ende eine geordnete Übergabe steht oder ein Betrieb ohne Zukunft.

Dieser Beitrag zeigt, wie Unternehmer die Suche richtig angehen: wann sie beginnen sollten, welche Wege zum Nachfolger führen, worauf es bei der Auswahl ankommt und warum so viele Übergaben trotzdem scheitern. Das Ziel ist ein klarer, umsetzbarer Fahrplan für den Moment, in dem ein Nachfolger gesucht wird.

Warum so oft ein Nachfolger gesucht wird

Der Grund für die vielen offenen Nachfolgen ist zunächst demografisch. Nach dem Nachfolge-Monitoring der KfW waren im Jahr 2025 rund 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer 55 Jahre oder älter, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Eine ganze Unternehmergeneration nähert sich also dem Ruhestand.

Die Zahlen dahinter sind eindrücklich. Die KfW erwartet, dass bis Ende 2029 jährlich etwa 109.000 Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen den Rückzug planen und ihren Betrieb in andere Hände legen wollen. Zugleich denken jährlich rund 114.000 Inhaber an eine bewusste Geschäftsaufgabe ohne Nachfolgelösung. Rechnerisch will also jedes vierte Unternehmen den Weg der Schließung gehen, wenn die Seniorgeneration ausscheidet.

Der Engpass liegt selten am Unternehmen selbst, sondern an der Nachfrage. Die KfW nennt das fehlende Interesse potenzieller Nachfolger, den demografischen Wandel und den gestiegenen Bürokratieaufwand als zentrale Hemmnisse. Anders gesagt: Es gibt mehr Betriebe, die einen Nachfolger suchen, als es übernahmebereite Menschen gibt. Wer diese Ausgangslage kennt, versteht, warum ein aktiver und früher Prozess so wichtig ist.

Hinzu kommt der Preis. Laut KfW sind die angestrebten Kaufpreise seit 2019 um rund 34 Prozent gestiegen, und für Übergaben zwischen 2025 und 2029 liegt der durchschnittlich angestrebte Verkaufspreis eines mittelständischen Unternehmens bei etwa 499.000 Euro. Eine realistische Preisvorstellung ist deshalb ein Teil jeder ernsthaften Nachfolgersuche.

Die Wege, auf denen ein Nachfolger gefunden wird

Steht die Nachfolge an, führen dazu grundsätzlich drei Wege, die sich in Nähe und Aufwand unterscheiden. Das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn ordnet die Übergaben grob so zu: etwa 54 Prozent verlaufen familienintern, rund 17 Prozent gehen an Mitarbeiter und ungefähr 29 Prozent an externe Käufer.

Die familieninterne Nachfolge ist der klassische Fall. Sohn oder Tochter übernehmen den Betrieb, oft mit langer Vorlaufzeit und emotionaler Bindung. Der Vorteil liegt in Vertrauen und Kontinuität. Der Nachteil zeigt sich, wenn die nächste Generation kein Interesse hat oder fachlich nicht passt. Dann ist eine ehrliche Entscheidung besser als ein erzwungener Übergang.

Der zweite Weg ist die interne Nachfolge durch Mitarbeiter. Häufig ist es der Meister oder die Betriebsleiterin, die den Betrieb übernimmt. Diese Variante, ein sogenannter Management Buyout, sichert Wissen und Kultur. Ihre größte Hürde ist die Finanzierung, weil interne Kandidaten selten genug Eigenkapital mitbringen. Hier helfen gestaffelte Modelle oder ein Verkäuferdarlehen, bei dem der abgebende Inhaber einen Teil des Kaufpreises stundet.

Der dritte Weg ist der externe Nachfolger. Das kann ein Einzelunternehmer sein, der sich selbstständig machen will, oder ein strategischer Käufer aus derselben Branche. Strategische Erwerber zahlen oft bessere Preise, weil sie Synergien heben, etwa über Kundenstämme, Standorte, Zertifizierungen oder Produktionskapazitäten. Wie Sie den idealen Käufer für Ihr Unternehmen finden, ist deshalb ein eigenes Thema, das eng mit der Nachfolgersuche verbunden ist.

Wo Unternehmer aktiv nach einem Nachfolger suchen

Ist die Richtung klar, stellt sich die praktische Frage: Wo wird ein Nachfolger gesucht? Der Fehler vieler Inhaber ist, sich auf einen einzigen Kanal zu verlassen. Eine ernsthafte Suche kombiniert mehrere Quellen.

Ein erster Anlaufpunkt ist das eigene Netzwerk. Lieferanten, Wettbewerber, Kunden und langjährige Mitarbeiter kennen die Branche und oft auch geeignete Kandidaten. Viele Übergaben beginnen mit einem Gespräch, das nie öffentlich wird. Der Vorteil liegt in der Diskretion, die im Nachfolgeprozess entscheidend ist.

Ein zweiter Weg sind die offiziellen Nachfolgebörsen. Die größte in Deutschland ist nexxt-change, eine gemeinsame Plattform des Bundeswirtschaftsministeriums, der KfW, des DIHK, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks sowie der Genossenschafts- und Sparkassenverbände. Dort stellen Inhaber ihr Angebot ein, während Übernehmer unter Stichworten wie "unternehmensnachfolge gesucht" nach passenden Betrieben suchen. Die Nutzung ist kostenfrei, jedes Inserat wird vor der Veröffentlichung von einem Regionalpartner geprüft.

Nicht zu unterschätzen sind zudem die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern. Sie beraten kostenfrei zur Nachfolge, vermitteln regionale Kontakte und betreiben die Regionalpartnerschaft von nexxt-change. Wer lokal verwurzelt ist, findet über diesen Weg oft Kandidaten, die zur Region und zur Branche passen.

Ein dritter Weg ist die professionelle Begleitung durch einen M&A-Berater. Aus unserer Erfahrung in mittelständischen Transaktionen zeigt sich, dass eine anonyme, strukturierte Ansprache mehrerer Interessenten die Ergebnisse deutlich verbessert. Statt darauf zu warten, dass sich jemand auf ein Inserat mit dem Titel "unternehmensnachfolger gesucht" meldet, wird der Markt aktiv und vertraulich sondiert. Ein kostenfreies Strategiegespräch mit Venture Advisory Partners kann hier am Anfang helfen, den passenden Suchweg zu bestimmen.

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Wann die Suche nach einem Nachfolger beginnen sollte

Der häufigste Fehler bei der Nachfolge ist der späte Start. Wenn ein Nachfolger gesucht wird, unterschätzen viele Inhaber, wie lange der Prozess dauert. Fachleute und Kammern raten, für die reine Nachfolgersuche ein bis zwei Jahre einzuplanen. Rechnet man Vorbereitung, Verhandlung und Übergabe hinzu, liegt der realistische Rahmen bei zwei bis fünf Jahren.

Aus Sicht eines erfahrenen Beraters sollte der gedankliche Startpunkt sogar noch früher liegen, idealerweise drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Ausstieg. In dieser Zeit lässt sich das Unternehmen so aufstellen, dass es auch ohne den Inhaber funktioniert. Dazu gehören eine zweite Führungsebene, dokumentierte Prozesse und saubere Zahlen. Genau diese Unabhängigkeit macht einen Betrieb für Nachfolger attraktiv.

Wer früh beginnt, hat außerdem einen strategischen Vorteil: Zeit schafft Auswahl. Muss der Nachfolger unter Druck gefunden werden, weil Gesundheit oder Alter keine andere Wahl lassen, sinkt die Verhandlungsmacht spürbar. Wer dagegen aus einer Position der Stärke agiert, kann Kandidaten vergleichen und den passenden auswählen. Eine strukturierte Checkliste für den Unternehmensverkauf hilft, die Vorbereitung nicht dem Zufall zu überlassen.

Woran sich der richtige Nachfolger erkennen lässt

Ist ein Kandidat gefunden, beginnt die eigentliche Kunst: die Auswahl. Nicht jeder, der kaufen möchte, ist der richtige Nachfolger. Kapital allein genügt nicht, denn ein Betrieb wird nicht nur bezahlt, sondern weitergeführt.

Aus unserer Beratungspraxis zeigt sich, dass drei Ebenen zusammenpassen müssen. Erstens die fachliche und unternehmerische Eignung, also die Fähigkeit, den Betrieb zu führen, Mitarbeiter zu halten und Kunden zu binden. Zweitens die finanzielle Tragfähigkeit, denn der Kaufpreis muss solide finanziert sein, ohne das Unternehmen zu überlasten. Drittens die kulturelle Passung, also die Frage, ob Werte und Führungsstil zum Betrieb und zur Belegschaft passen.

Gerade der weiche Faktor wird oft unterschätzt. Ein Nachfolger, der die Sprache der Kunden nicht spricht oder das Team nicht mitnimmt, gefährdet den Wert, für den der Inhaber jahrzehntelang gearbeitet hat. In der Praxis lohnt es sich, mehrere Kandidaten parallel zu prüfen, statt sich früh auf eine Person festzulegen. Ein strukturierter Vergleich schützt vor der Versuchung, aus Sympathie oder Bequemlichkeit zu entscheiden. Deshalb lohnt es sich, Kandidaten nicht nur nach dem Angebot, sondern nach ihrer Haltung zu beurteilen. Eine belastbare Unternehmensbewertung schafft dabei die sachliche Grundlage, auf der beide Seiten fair verhandeln können.

Warum viele Nachfolgen trotzdem scheitern

Trotz guter Absichten geht ein erheblicher Teil der Übergaben schief. Schätzungen zufolge scheitert etwa jede dritte Unternehmensnachfolge. Die Gründe wiederholen sich und lassen sich zum großen Teil vermeiden.

Der erste Grund ist mangelnde Vorbereitung. Fehlen dokumentierte Prozesse oder hängt zu viel am Inhaber, wird der Betrieb für Nachfolger zum Risiko. Der zweite Grund sind unklare oder widersprüchliche Ziele, gerade in Familien, in denen unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft aufeinandertreffen. Der dritte Grund ist emotionaler Natur, denn viele Inhaber tun sich schwer, loszulassen, und verzögern so den Prozess.

Ein vierter Grund liegt beim Kandidaten selbst, dem manchmal Schlüsselqualifikationen fehlen. Wird aus Zeitdruck der erstbeste Kandidat genommen, rächt sich das später. All diese Punkte zeigen, dass die Suche nach einem Nachfolger kein reines Matching ist, sondern ein geführter Prozess. Wer den Ablauf einer Firmenübernahme kennt und die Übergabe professionell begleitet, senkt das Risiko des Scheiterns deutlich. Auch die Frage, was ein Unternehmensverkauf kostet, sollte früh geklärt sein, damit die Begleitung nicht am Budget scheitert.

Häufige Fragen, wenn ein Nachfolger gesucht wird

Wie finde ich einen Nachfolger für mein Unternehmen?

Am erfolgreichsten ist eine Kombination mehrerer Wege. Sprechen Sie zunächst das eigene Netzwerk aus Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten an. Ergänzen Sie das durch Nachfolgebörsen wie nexxt-change und, bei größeren Betrieben, durch einen M&A-Berater, der den Markt vertraulich und strukturiert nach passenden Kandidaten sondiert.

Wann sollte ich mit der Nachfolgersuche beginnen?

So früh wie möglich, idealerweise drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Ausstieg. Die reine Suche dauert oft ein bis zwei Jahre, der gesamte Prozess bis zur Übergabe zwei bis fünf Jahre. Wer früh startet, gewinnt Auswahl und verhandelt aus einer Position der Stärke statt unter Zeitdruck.

Wo wird am häufigsten ein Nachfolger gesucht?

Die bekannteste Plattform ist die Unternehmensbörse nexxt-change, getragen unter anderem von KfW, DIHK und dem Handwerk. Dort erscheinen Angebote und Gesuche, oft unter Stichworten wie "unternehmensnachfolge gesucht". Daneben spielen das persönliche Netzwerk und die diskrete Ansprache über Berater eine große Rolle.

Was macht einen guten Nachfolger aus?

Ein guter Nachfolger passt auf drei Ebenen: fachlich und unternehmerisch, finanziell und kulturell. Er kann den Betrieb führen, hat eine tragfähige Finanzierung und teilt die Werte, die Mitarbeiter und Kunden binden. Kapital allein reicht nicht, denn der Betrieb wird weitergeführt und nicht nur bezahlt.

Warum scheitern so viele Unternehmensnachfolgen?

Etwa jede dritte Nachfolge scheitert. Die häufigsten Gründe sind mangelnde Vorbereitung, unklare oder widersprüchliche Ziele, emotionale Hürden beim Loslassen und fehlende Qualifikationen des Kandidaten. Ein früher Start und eine professionelle Begleitung senken dieses Risiko erheblich.

Was ist mein Unternehmen als Nachfolgeobjekt wert?

Der Wert hängt von nachhaltigem Ertrag, Zukunftsfähigkeit und Unabhängigkeit vom Inhaber ab. Die angestrebten Kaufpreise sind laut KfW zuletzt deutlich gestiegen. Eine fundierte Bewertung schützt vor überzogenen wie vor zu niedrigen Vorstellungen und schafft eine faire Verhandlungsbasis.

Fazit

Wenn ein Nachfolger gesucht wird, entscheidet nicht der Zufall, sondern der Prozess. Die Ausgangslage im Mittelstand ist anspruchsvoll, weil mehr Betriebe eine Nachfolge suchen, als es übernahmebereite Menschen gibt. Umso wichtiger sind ein früher Start, mehrere Suchwege und eine ehrliche Auswahl des richtigen Kandidaten.

Wer die drei klassischen Wege kennt, familienintern, an Mitarbeiter oder an externe Käufer, und die Suche professionell führt, findet mit hoher Wahrscheinlichkeit eine gute Lösung. Entscheidend bleibt, das Unternehmen unabhängig aufzustellen, realistisch zu bewerten und den Prozess nicht bis zum letzten Moment aufzuschieben.

Wenn bei Ihnen ein Nachfolger gesucht wird und Sie wissen möchten, was Ihr Unternehmen als Nachfolgeobjekt wert ist, bietet Venture Advisory Partners eine unverbindliche und kostenfreie Unternehmensbewertung an. So schaffen Sie die Grundlage, um den passenden Nachfolger zu finden und Ihr Lebenswerk in gute Hände zu geben.

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